Vorbereitung für weitere Touren – Der Magirus ist da

Lange habe ich danach gesucht und schließlich doch gefunden. Es ist der letzte von 5 Magirus-LKWs einer Münchner Firma. Die anderen sind schon 2019 nach Afrika gegangen, wie so viele alte Laster.

Seit 2002 hat er auf dem Flughafen Erding im Schneeräumdienst gearbeitet. Glücklicherweise ging es dort ohne Salz ab. Trotzdem istz so manches verrostet, ausgeschlagen und einfach alt.

Kurz zu den technischen Daten:

  • Typ Magirus 160-23 ANW
  • zul. Gesamtgew. 17 to
  • 8 Zylinder luftgekühlter Deutzmotor,
    12675 ccm Hubraum, V8, 232 PS bei 2600 U/min..
  • Zuschaltbarer Allrad, 6 Gangschaltgetriebe ZF S6-80 mit Vorschaltgruppe,
  • Verteilergetriebe mit Geländeuntersetzung, Hinterachssperre und Mittendifferentalsperre
  • Radstand 4.60 m, Gesamtlänge knapp 8 m, Breite 2,50
  • Erstzulassung 04/2089 – derzeit Zugmaschine mit zul. Gesamtgewicht von 11t
  • 7 eingetragene Sitzplätze
  • Bilder gibts hier

 

Als wir ihn am 23.4.2020 abgeholt haben, war ein langsames Verteilergetriebe eingebaut mit dem er nur 55 km/h gefahren ist. Der Schaltzylinder für das Vorschaltgetriebe funktioniert nicht d.h. das Schaltgetriebe läuft in der langsamen Übersetzung. Die Motorbremse macht ebenfalls keinen Mucks aber damit kann man ja leben. Der Tacho (298.000 km?!) hat keine Tachowelle insofern zeigt er auch nichts an! Das Blech der Kabine braucht ziemlich viel Zuwendung, das Fahrgestell ist aber wie der Motor und das Getriebe ziemlich gut.

Die erste Etappe: Abholung mit München-Ost, Fahrt nach Falkenberg

Bei schönstem Wetter holen wir das Auto in München-Ost auf einem Gutshof. Der Abschied ist kurz: Rote Nummer dran, Öl nachfüllen, Papierkram erledigen und das alte, kaputte Verteilergetriebe aufladen. Dann gehts ab zur Tankstelle.

Kurz drauf auf der Landstraße kontrollieren wir das erste Mal ob alles dicht ist. Wie erwartet ist da etwas Inkontinenz:

Sieht aber schlimmer aus wie es ist: Links vor der Frontscheibe sitzt der Wärmetauscher von der Heizung, der mit Motoröl funktioniert. Dieser ist undicht. Aus der rechten vorderen Achsentlüftung drückt etwas Öl, vermutlich weil zu viel drin ist. Hochbinden mit nem Kabelbinder hilft hier. Außerdem hat das Auto ziemlich viel Zusatzhydraulik samt Zusatzpumpe an Bord. Die Schläuche hat man teilweise ausgebaut, genauso wie einige Leitungen. Einen abgeschnittenen Schaluch hat man notdürftig mit einem Kunststoffstopfen verschlossen. Alles Dinge, die jetzt erst mal etwas Sorge bereiten. Wir fahren dennoch weiter und kommen nach ziemlich langer/langsamer Fahrt in Falkenberg an.

Dort soll das Auto eigentlich für den tüv vorbereitet werden und der dort lagernde Wohncontainer aufgebaut werden. Ende Mai ANfang Juni soll das passieren.

Gleich vor Ort überprüfen wir noch das originale Getriebe und machen es auf:

Das Getriebe ist auf jeden Fall ein Sanierungsfall! Die Schiebemuffe lässt sich kaum bewegen, die Verzahnung rechts am großen Rad ist konisch abgenutztund hat zuviel Luft. Die Kegelrollenlager sind völlig fertig – Bilder reiche ich nach, sowas habe ich noch nicht gesehen!

Warten, Warten, Warten – nichts passiert

Der MAi und der Juni gehen rum ohne das etwas passiert. Immer wieder werden wir vertröstet. Keiner hat Zeit was zu tun. Immerhin haben wir eine Lösung für das langsame Verteilergetriebe: Das orignale Getriebe hat im Straßengang eine Übersetzung von 1 :0,9 die Jungs in Falkenberg haben ein Getriebe  mit einer Übersetzung von 1,023:1. Die Jungs fixieren die Vorschaltgruppe dauerhaft in der oberen Stufe und damit läuft das Auto immerhin 95 km/h!

Nachdem sich keine Besserung abzeichnet wird vereinbart, daß vor Ort nur noch das Ersatzgetriebe eingebaut wird, der rechte Vorderreifen getauscht wird sowie die tropfenden Stellen abgedichtet werden und der Container aufs Auto kommt. Wir holen das Auto auf eigener Achse ab und fahren es heim.

Wir fahren heim 9.7.

Um 6 Uhr in Ditzingen starten wir wieder mit dem Auto Richtung Falkenberg. Ohne UNterbrechungen oder Stau stehen wir 9:10 Uhr vor dem Tor.

AM Magirus angekommen bauen wir neue Batterien ein, füllen Öl nach. Die Zusatzleuchten kommen dran und der Container wird mit Gurten festgezurrt. Rote Nummer dran, der Auspuff wird noch gekürzt – er steht zu dicht am Container an – und um 10:30 Uhr gehts los Richtung llsfeld.

Hier noch ein Filmausschnitt von der Autobahn. Mit konstant 85 hügelrauf und runter gehts bei 34 Grad voran. Keiner weiß warum wir das an so einem heißen Tag machen müssen!

Demnächst kommt mehr….