Abfahrt ist bereits um 8 Uhr, d.h. 6 Uhr aufstehen, Geraffel im Dunkeln packen und dann noch einen gemütlichen Kaffee kochen. Hintergrund ist die Ebbe, die wir erwischen wollen, um auf dem Strand fahren zu können.



Zuvor geht es nur durch Sand. Mal weich, mal festgefahren und Autobahnähnlich – es gibt jede Form. Gegen Mittag gelangen wir ans Meer und machen 2 Stunden Pause. Durch die erfolgreichen Fahrtechniken bleibt kaum einer stecken und wir liegen gut in der Zeit. Die ersten Angelversuche werden betrieben und Muscheln gesammelt, die es hier in allen Formen, Farben und Größen zuhauf gibt. Häufig sind leere sehr große Schildkrötenpanzer zu sehen. Die Größte ist ca 80 cm lang. Die Vermutung liegt nahe, dass sie an den in Unmengen vorhandenen Plastikabfällen gestorben sind. Wir befinden uns im Nationalpark Mauretaniens – Spötter nennen ihn auch die einzige Müllkippe, für die Eintritt bezahlt werden muß. Beides verdient die Bezeichnung. Landschaftlich unglaublich reizvoll kommen wir, vor allem vor dem Auffahren auf den Strand, an unglaublichen Mengen Pastikmüll vorbei. Die Folien und Plastikflaschen verfangen sich in den einfachen Zäunen der Fischer und geben ein skurriles Bild ab. In der Nähe von Siedlungen laufen viele Kinder rum und betteln um Geschenke. Einmal angefangen, ihnen was zu geben (Stifte, Blöcke, Gummibärchen, Bälle, u.w.) weden sie immer zudringlicher und nehmen keine Rücksicht untereinander. Diese Bilder prägen sich ein. Nach 30 Minuten Geschenke verteilen schreiten unsere Miltärs ein und weisen sie an, Abstand zu halten, was diese auch respektvoll akzeptieren.
Nachdem dann die Ebbe einen Stand erreicht hat, bei dem sich der Strand problemlos befahren lässt, fahren wir bei der nächsten Auffahrt auf den Strand auf und formieren uns … nicht ohne vorher noch ein Briefing zu Fahrverhalten auf dem Strand zu erhalten. Es gibt keine Ausfälle oder Einsandungen und so kommen wir zügig voran bis zum geplanten Nachtquartier direkt am Meer. Noch schnell die Autos in die Dünen gefahren, ums sie vor der aufkommenden Flut zu schützen, und schon können es einige nicht mehr erwarten und springen ins Meer. Das tut gut nach ein paar Tage Katzenwäsche. Selbst unsere Militärbegleitung springt ins Wasser und genießt die Abkühlung. Verschiedene Freizeitaktivitäten werden gestartet: Angeln, Fußball spielen oder auch Waveboard fahren. Ja – richtig gelesen: funktioniert recht trivial. Man nehme ein Allrad-Fahrzeug und binde ein 30m Seil daran, an das sich der Waveboarder dann hängen kann. Den Start zwei oder dreimal geübt, funktioniert das dann recht gut. Zugegeben, es war kein Original Waveboard, sondern ein abgelegtes Snowboard – aber mit der richtigen Geschwindigkeit funktioniert das recht gut.
Danach kochen wir dann das in Spanien erworbene Fertig-CousCous und genießen die Meernähe. Ein paar Kleinstreparaturen stehen an, wie das verarzten unserer Campingstühle – sonst ist alles Bestens. Thorsten bringt noch aus dem Dorf frisch gebackenes Brot, das wir gerne zum Abendessen nehmen.
Etwas unsicher sind wir noch in der Sichtung eines Delfins – aber schon die dicht über der Wasseroberfläche dahinschwebenden Pelikane sind ein beeindruckender Anblick.

Autoversicherung und den Nationalparkeintritt bezahlen. Das dauert ungeplant etwas länger, müssen wir uns doch zumindest so lange da aufhalten, bis Micha das Zelt auf der anderen Seite der großen Sandplatte aufgebaut hat. Wir überbrücken das noch mit einem Bier und Diskussionen über Drohnen und GPS-Tracker. Wieder am Platz angekommen, steht das Zelt und wir kochen gemeinsam Spaghetti mit Thunfisch-Tomatensoße. Dazu kühles Dosenbier und ein Glas Rotwein. Das Ganze bei Vollmond. Geht´s uns gut.



Der Tag fängt fantastisch an. Total entspannt cruisen wir zum vereinbarten Treffpunkt und sind auch pünktlich (also zwei Stunden vor der Zeit) da. So können wir noch ein wenig Small-Talk betreiben und den Blog von gestern erstellen. Briefing ist pünktlich um 10 Uhr. Torsten erwähnt unseren gestrigen Suchalgorythmus durch Dakhla als absolut sehenswert auf dem GPS-Tracker. Auch unsere treuen Stalker melden sich, nachdem wir das dritte Mal auf und ab sind.










Verschiedene Zeltnachbarn vermeldeten Hochwasser und mussten die Ausrüstung trocknen. Frisch aufgebruehter Kaffee nach Grossmutter Sitte belebt die Geister und wir packen bei Regen unser Zelt in der bereits bewährten Knaudlform. Diesmal starten wir über den direkten Weg zur Hauptstrasse. Unterwegs winken uns zwei Marokkaner fröhlich auf der Leitplanke sitzend zu. Vor sich ein Warndreieck , hinter sich, den Anhang hinunter gefallen und auf dem Kopf liegend, ein Tanklastzug. Wir gehen davon aus, dass der ADAC gleich kommt und fahren weiter. 30 Tonnen den Abhang hochziehen überfordert unser Auto dann doch. 





Die Berge haben wir hinter uns. Die Landschaft wird geprägt durch endlose Weiten. Immer wieder fragen wir uns, wo die Menschen herkommen, die in den Feldern oder am Strassenrand sitzen. Die heutige Fahrt erfolgt ohne größere Besonderheiten.

Dazu Temperaturen bis 3 Grad. Von wegen in Afrika ist es heiß.
So starteten wir früh nach einem kurzen Frühstück und machten uns auf die Piste Richtung Meknes (früh ist bei uns bedingt durch die Zeitumstellung eine Stunde vor Deutschland – Anm. d. Red.). Von dort geht´s weiter nach Ouazazarte. Landschaftlich sehr reizvoll und erinnert an alte Westernlandschaften. Jederzeit kann John Wayne um die Ecke geritten kommen. Das würde uns nicht überraschen.
Zugegeben, die Spiritiuosenabteilung fällt etwas schmal aus (es gibt nämlich nichts) – aber ansonsten ist er gut sortiert. Alles, was in deutschen Supermärkten auch vorhanden ist, wird zum Kauf angeboten. Wir entscheiden uns noch für etwas Frischware und ziehen dann weiter in die Berge. Die Straße wird abenteuerlich und schraubt sich wieder von 1.500m an in Serpentinen hoch.
Kurz eingecheckt und dann noch die in Spanien gekauften Dosenlinsen auf dem Hoteleigenen Parkplatz aufgewärmt sitzen wir nun im Teezimmer des Hotels, nachdem der Gastraum mit rauchenden Arabern total überfüllt ist. Was schauen sie an ? Fußball auf dem großen HD-Fernseher. Ja – ist uns denn was entgangen ? EM ? WM oder Ähnliches ? Nein – die Herrengesellschaft schaut Frauenfussball. So ändern sich die Zeiten … ;-))








